Fotoausstellung "10 Jahre zivile Flotte - Seenotrettung im Mittelmeer" - bis Mitte Juli zu besichtigen
Fotoausstellung "10 Jahre zivile Flotte - Seenotrettung im Mittelmeer"
Die Fotoausstellung „10 Jahre zivile Flotte – Seenotrettung im Mittelmeer“, die erstmalig im DGB-Haus Stuttgart zu sehen war, blickt aus einer teilnehmenden Perspektive zurück auf 10 Jahre zivile Seenotrettung im zentralen Mittelmeer: auf Schiffe mit klingenden Namen – Sea-Watch 3, Mare Jonio, Lifeline & Iuventa – die nicht nur Menschen Zuflucht boten, sondern auch der Utopie universeller Bewegungsfreiheit; auf hunderttausende menschliche Begegnungen Nur wenige, so besagt es ein Sprichwort unter Seeleuten, können die See beim Namen rufen – und die, die es können, hüten sich, es zu tun.
Die Ausstellung in Kirchheim u. Teck wurde am 4. Mai um 18.00 Uhr im Großen Sitzungssaal mit einer Begrüßung und Einführung durch OB Dr.Pascal Bader und einen Vortrag – kombiniert mit einer Lesung – des Autors und Journalisten Chris Grodotzki eröffnet.
Am Vormittag des 5. Mai brachte Chris Grodotzki im Ludwig-Uhland-Gymnasium Schüler*innen von zwei neunten und einer zehnten Klasse in einer Doppelstunde die Thematik nahe und ermuntere zum Besuch der Ausstellung.
Die Fotoausstellung kann bis Mitte Juli 2026 zu den Öffnungszeiten des Rathauses (s. Website) in den Gängen des Erdgeschosses bzw. des 1. OG besichtigt werden.
Der Fotograf und Journalist Chris Grodotzki hat die zivile Seenotrettung seit 2015 begleitet. Nachdem er jahrelang für namenhafte Medien über Umweltkonflikte und das europäische Grenzregime berichtet hatte, schloss er sich Sea-Watch an, wurde Medienkoordinator, Organisationssprecher, Seefahrer und zuletzt Einsatzleiter an Bord der Sea-Watch 5. Nach seinem Abschied aus dem aktiven Dienst, 2022, veröffentlichte er dieses Jahr die erste Chronik der Bewegung: »Kein Land in Sicht« (Mandelbaum, 2025). Anfang des Sommers 2015, der als »Langer Sommer der Migration« in die Geschichte eingehen sollte, stach eine Gruppe von von Aktivisten und Aktivistinnen aus Deutschland von der Insel Lampedusa aus in See.
Sie hatten einen 100 Jahre alten Fischkutter zu einem provisorischen Rettungsboot umgebaut, um Flüchtenden und Migrantinnen und Migranten an der tödlichsten Grenze der Welt zu Hilfe zu eilen. Sea-Watch nannten sie ihr Boot und ihre Organisation. Anfangs von vielen belächelt, sollten sie bald beweisen, dass man weder eine staatlich geführte Küstenwache noch eine global agierende, finanzstarke NGO sein muss, um auf See Leben zu retten. Eineinhalb Jahre später kreuzten zwischen Libyen, Italien und Malta dreizehn zivile Rettungsschiffe und unterstützten über 46.000 Menschen auf ihrer lebensgefährlichen Reise nach Europa.